Was ist ein schnappender Finger?
Der schnappende Finger oder Daumen (Tendovaginosis stenosans) ist ein häufiges Krankheitsbild, das durch eine typische morgendliche Blockade aus der Beugehaltung gekennzeichnet ist. Dabei kommt es zu einem ruckartigen Schnappen der Sehne, oft unterstützt durch den Einsatz der anderen Hand. Auslöser kann eine akute Überlastung sein, häufig tritt die Symptomatik jedoch auch spontan auf.

URSACHEN
Warum tritt das Schnappen auf?
Die genaue Ursache für die Entstehung eines schnappenden Fingers bleibt häufig unklar. Oftmals lässt sich die Erkrankung jedoch auf spezifische Überlastungen im Alltag zurückführen. Typische Auslöser sind intensive Gartenarbeit, sportliche Aktivitäten oder berufliche Belastungen, die die Sehnen beanspruchen. Welcher Finger oder Daumen letztlich betroffen ist, erscheint oft zufällig.

Erscheinungsbild
In der klinischen Untersuchung zeigt sich meist ein deutlicher Druckschmerz direkt am Eingang des Sehnenkanals. Um das Krankheitsbild zu verstehen, hilft das Bild eines „Kabelschachts“: Die Ringbänder fungieren hierbei als „Kabelbinder“, die die Sehnen eng am Knochen führen. Durch eine Verdickung der Sehne und einen begleitenden Reizzustand der Sehnenscheide entsteht ein Missverhältnis im Platzangebot. Dies führt schließlich zur Blockade sowohl der Beuge- als auch der Streckbewegung.
Therapie
Abwarten
Bei milder Symptomatik kann zunächst ein stufenweises Abwarten erfolgen, um die spontane Rückbildung des Reizzustandes zu beobachten.
Kortisoninjektion
Bei schmerzhafter Bewegungseinschränkung hilft oft eine gezielte Kortisoninjektion, um die Entzündung der Sehnenscheide zu lindern.
Operation
Bei länger bestehenden Blockaden (v.a. Daumen mit „festgefressener“ Sehne) erfolgt die operative Durchtrennung des ersten Ringbandes und Tenolyse (Lösung der Sehnen in Sehnenkanal).
Nachbehandlung
Nachbehandlung Daumen
Nach einer Operation am Daumen ist in der Regel keine spezielle Nachbehandlung erforderlich. Die betroffene Sehne regeneriert sich meist ohne zusätzliche therapeutische Maßnahmen.
Nachbehandlung Finger
Im Gegensatz zum Daumen ist bei betroffenen Fingern meist eine gezielte Handtherapie in einer spezialisierten Einrichtung notwendig, um die volle Beweglichkeit sicherzustellen.
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