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Sulcus Ulnaris Syndrom

Das ulnare Nervenkompressionssyndrom ist das zweithäufigste Nervenkompressionssyndrom. Der Nervus ulnaris verläuft vom Oberarm über den Kubitaltunnel am Ellenbogen bis zur Loge de Guyon am Handgelenk. Eine häufige Ursache für Beschwerden sind Durchblutungsstörungen des Nervs an diesen anatomischen Engpässen.

Image by 莎莉 彭

Kubitaltunnel-/Sulcus Ulnaris-Syndrom – Erscheinungsbild

Sensible Störungen

Typisch sind Kribbelparästhesien und Taubheitsgefühle im Kleinfinger sowie in der ellenseitigen Hälfte des Ringfingers. Diese Beschwerden treten häufig nächtlich oder bei Beugung des Ellenbogens verstärkt auf.

Motorische Defizite

Im fortgeschrittenen Stadium zeigt sich eine sichtbare Rückbildung der Kleinfingerballenmuskulatur (Hypothenaratrophie) sowie der Handbinnenmuskeln. Dies führt zu einer spürbaren Kraftminderung der Hand.

Funktionelle Einschränkungen

Patienten berichten oft über ein Streckdefizit der Endglieder von Klein- und Ringfinger. Die feinmotorische Geschicklichkeit nimmt ab, was sich besonders bei alltäglichen Handgriffen bemerkbar macht.

Kubitaltunnel-/Sulcus Ulnaris-Syndrom – Diagnose

Die Diagnose des Kubitaltunnelsyndroms stützt sich primär auf eine fundierte klinische Untersuchung. Zur objektiven Absicherung und Bestimmung des Schweregrads wird die Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) gemessen.

Essentiell ist die differenzialdiagnostische Abgrenzung zu einer Polyneuropathie oder einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule. Ebenso muss eine Kompression in der Loge de Guyon sicher ausgeschlossen werden, um die optimale Therapie einzuleiten.

Image by Sasun Bughdaryan

Kubitaltunnel-/Sulcus Ulnaris-Syndrom – Therapie

Konservativ

  • Polsterung des Ellenbogens
  • Vermeidung extremer Beugung
  • Einsatz von Antiphlogistika (entzündungshemmende Mittel)
  • Nachlagerungsschiene (Manschette)

Operativ

Mikrochirurgische langstreckige Dekompression im Kubitaltunnel. Nur selten ist eine Ventralisierung (Nervenverlegung) notwendig. Zu beachten sind eine längere Erholungszeit des Nervs sowie die Möglichkeit eines bleibenden Restschadens bei fortgeschrittenem Befund.

Nachbehandlung & Arbeitsunfähigkeit

Nach dem Eingriff wird ein stützender Verband oder eine Schiene angelegt, wobei die Beweglichkeit der Finger von Beginn an gefördert wird. Die Entfernung der Fäden erfolgt in der Regel nach 12 bis 14 Tagen. Je nach beruflicher Belastung ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von 2 bis 6 Wochen zu rechnen.

Loge de Guyon-Syndrom – Erscheinungsbild

Sensible Störungen

Das Loge-de-Guyon-Syndrom ist im Vergleich zum Kubitaltunnelsyndrom selten. Es zeichnet sich durch Gefühlsstörungen im Kleinfinger und der ulnaren Seite des Ringfingers aus. Charakteristisch ist hierbei, dass der Handrücken im Gegensatz zum Kubitaltunnelsyndrom meist nicht betroffen ist, da der entsprechende Nervenast bereits oberhalb des Handgelenks abzweigt.

Motorische Ausfälle

Häufig dominiert eine reine motorische Kompression. Dies führt zu einer sichtbaren Atrophie des Hypothenars (Kleinfingerballen) und der Handbinnenmuskulatur. Die betroffenen Patienten bemerken eine deutliche Kraftminderung sowie Defizite beim Strecken, Spreizen und Schließen der Finger.

Hände in der Pflege
Image by A. C.

Loge de Guyon-Syndrom – Diagnose

Wichtig ist es, überhaupt an das seltene Krankheitsbild zu denken!

Die Diagnose lässt sich dann meist anhand der der klinischen Untersuchung vermuten, es ist jedoch eine neurologische Untersuchung und eine MRT-Untersuchung zwingend erforderlich um hier die Ursache der Kompression näher einzugrenzen.

Therapie

Loge de Guyon-Syndrom – Operative Dekompression

Nach Diagnosestellung stellt die operative Dekompression (Entlastung) des Nerven die Therapie der Wahl dar. Eine konservative Behandlung ist in der Regel nicht erfolgversprechend und sollte nicht lange hinausgezögert werden, da der Nerv sonst einen dauerhaften Schaden erleiden kann.

Dabei wird der Nerv in Blutleere des Armes mikrochirurgisch (Lupenbrille 4,5fach) im gesamten Verlauf in der Loge de Guyon freigelegt und von allen einengenden Strukturen befreit.

Die Erholung nach der Operation dauert oft lange, vor allem wenn bereits Muskelverschmächtigungen vorliegen.

Ihr Weg zur schmerzfreien Hand

Haben Sie Fragen zum Kubitaltunnelsyndrom oder wünschen Sie eine persönliche Beratung? Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin in unserer Praxis im Ullsteinhaus.

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