Ein Ganglion am Handgelenk – umgangssprachlich oft als „Überbein“ bezeichnet – ist eine gutartige, mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide. Es kann als sichtbare oder tastbare Schwellung auftreten und Beschwerden wie Schmerzen, Druckgefühl oder Bewegungseinschränkungen verursachen.

Handgelenksganglion

Ursachen & Entstehung
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Ganglions sind noch nicht vollständig geklärt. Häufig führen jedoch chronische Reizzustände, Überlastungen des Handgelenks oder kleine Verletzungen der Gelenkkapsel zu einer Ausstülpung der Gelenkinnenhaut, die sich anschließend mit Gelenkflüssigkeit füllt.
Symptome & Erscheinungsbild
Ein Handgelenksganglion äußert sich meist durch eine sichtbare Vorwölbung, kann jedoch auch verborgene Beschwerden verursachen. Hier sind die häufigsten Anzeichen:

Sichtbare Schwellung
Typischerweise zeigt sich eine prall-elastische Vorwölbung am Handrücken oder der Beugeseite des Handgelenks.

Belastungsschmerz
Schmerzen treten oft bei extremer Beugung oder Streckung auf, können aber auch in Ruhe als dumpfes Ziehen präsent sein.

Bewegungseinschränkung
Je nach Größe und Lage kann das Überbein die Beweglichkeit im Gelenk mechanisch einschränken.
Diagnostik & Befundung
Die Diagnose eines Handgelenksganglions erfolgt in unserer Praxis durch eine präzise klinische Untersuchung. Typischerweise zeigt sich eine prallelastische Vorwölbung, die oft druckschmerzhaft ist. Zur Sicherung des Befundes und zum Ausschluss anderer Erkrankungen empfehlen wir in der Regel ein MRT um um auch tiefgelegene Ursachen sicher zu identifizieren..
Bitte bringen Sie zu Ihrem Termin nach Möglichkeit bereits ein aktuelles MRT des Handgelenks (Bilddaten und Befund) mit.
So können wir die Ursache Ihrer Beschwerden gezielt beurteilen und Sie bereits im ersten Termin umfassend zu den geeigneten Behandlungsmöglichkeiten beraten.

Therapiemöglichkeiten bei Handgelenksganglien

Konservative Therapie
Nicht jedes Ganglion muss operiert werden. Verursacht es nur geringe Beschwerden, kann zunächst eine konservative Behandlung erfolgen. Dazu gehört das vorübergehende Tragen einer Handgelenksorthese, um das Gelenk zu entlasten und Reizungen zu reduzieren. Bei Schmerzen können zusätzlich entzündungshemmende Medikamente (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac – sofern keine Gegenanzeigen bestehen – kurzfristig eingesetzt werden.
Eine Punktion des Ganglions empfehlen wir nicht. Zwar kann dabei die Flüssigkeit vorübergehend entfernt werden, die Verbindung zur Gelenkkapsel oder Sehnenscheide bleibt jedoch bestehen. Dadurch kommt es häufig zu einem erneuten Auftreten des Ganglions, sodass eine dauerhafte Heilung auf diesem Weg meist nicht möglich ist.
Chirurgische Entfernung (Operation)
Verursacht das Ganglion anhaltende Schmerzen, schränkt die Beweglichkeit ein oder besteht trotz konservativer Behandlung fort, kann eine operative Entfernung sinnvoll sein. Ziel des Eingriffs ist es, das Ganglion dauerhaft zu beseitigen und die Beschwerden zu lindern.
Dabei wird nicht nur das Ganglion selbst, sondern auch sein Ursprung an der Gelenkkapsel beziehungsweise Sehnenscheide (der sogenannte Ganglionstiel) sorgfältig entfernt. Dadurch lässt sich das Risiko eines erneuten Auftretens deutlich reduzieren. Je nach Lage und Größe des Ganglions erfolgt der Eingriff offen oder arthroskopisch (minimalinvasiv) über eine Handgelenksspiegelung.


Nachbehandlung & Prognose
Die Heilungsaussichten nach einer fachgerechten Entfernung eines Ganglions sind in der Regel sehr gut. In den ersten Tagen nach der Operation wird das Handgelenk durch eine Schiene ruhiggestellt, um die Wundheilung zu unterstützen und das Operationsgebiet zu schützen. Anschließend erfolgt eine schrittweise Mobilisierung mit dem Ziel, die Beweglichkeit und Belastbarkeit der Hand wiederherzustellen. Bei Bedarf kann eine physiotherapeutische oder ergotherapeutische Behandlung den Heilungsverlauf unterstützen und zu einer raschen Rückkehr in den Alltag beitragen.
.png)